Hürdenlauf

Der Hürdenlauf ist eine Disziplin der Leichtathletik. Was die Lauftechnik angeht, so kommt es darauf an, dass nicht übersprungen, sondern überlaufen wird. Der Abdruck in die Hürde erfolgt aus relativ aufrechter Körperhaltung mit sprintähnlichem Fußaufsatz (möglichst geringe Stemmwirkung  Fußaufsatz nicht zu weit vor dem Körperschwerpunkt). Das stark gebeugte Schwungbein (kurzes Pendel  schnellere Ausführung) wird vorwärts-aufwärts gezogen (Knie führt die Ansteuerung-möglichst geradlinig), bei gleichzeitiger Streckung des Abdruckbeines (= Nachziehbein).

Der Führungsarm wird weit nach vorne gebracht. Nach Verlassen des Bodens wird die Vorlage des Oberkörpers vergrößert, der Schwungbeinunterschenkel pendelt nach vorne, der Gegenarm wird neben dem Körper (möglichst eng daneben) blockiert.

Schon vor dem Erreichen der Hürdenlattenkante, wird das Schwungbein aus der Hüfte nach unten gedrückt. Der Gegenarm wird dicht am Nachziehbein vorbei dynamisch nach hinten-unten gezogen. Gleichzeitig erfolgt eine schnelle Steuerung (Kniesteuerung) des nach außen abgespreizten Nachziehbeines nach vorne (Endposition Nachziehbein: Knie mittig sehr hoch vor dem Körper – Unterschenkel senkrecht – leicht ausgreifend).

Das Schwungbein setzt, möglichst knapp hinter der Hürde, gestreckt auf dem Ballen auf (Körperschwerpunkt und Fußaufsatz möglichst eine senkrechte Linie oder Körperschwerpunkt leicht in Laufrichtung verschoben). Wichtig für einen guten Übergang in den Zwischenhürdensprint ist eine möglichst geringe Amortisation im Fuß-, Knie-, und Hüftgelenk und ein aktives greifendes Aufsetzen des Nachziehbeines.

Zwischen den Hürden muss ein möglichst gleichmäßiger Rhythmus eingehalten werden. Der Zwischenhürdensprint findet mit hohem, frequenz- und vorwärtsorientiertem Knieeinsatz statt, wobei die Körperposition beibehalten werden sollte und die Arme eng am Körper geführt werden. Nach der Hürdenüberquerung ist für einen möglichst optimalen Übergang zum ZHS (= Zwischenhürdensprint) ein möglichst druckvoller erster Schritt notwendig.

Zur optimalen Vorbereitung der Hürdenüberquerung ist ein verkürzter letzter (dritter) Schritt notwendig. Im 110- bzw. 100-m-Hürdenlauf besteht der Zwischenhürdensprint jeweils aus drei Schritten (vier Bodenkontakte) zwischen den Hürden, bei den 400 m der Männer wird ein 13er- bis 15er-Rhythmus(Anlauf zur ersten Hürde bei 13er: 20 Schritte; bei 15er:22 Schritte) gelaufen, bei den Frauen 15er- bis 17er-Rhythmus (17 Schritte zwischen den Hürden).

Ein ungerader Rhythmus zwischen den Hürden sorgt dafür, dass man immer mit dem gleichen Schwungbein über die Hürde geht und nicht das Bein wechseln muss. Es gibt wenige Läufer, die mit beiden Beinen technisch gleich gut als Schwungbein über die Hürde laufen können. Bei einer sauberen Hürdentechnik ändert sich die Lage des Körperschwerpunktes kaum. Erreicht wird dies durch das Abklappen des Oberkörpers über der Hürde bei gleichzeitigem Anreißens des Schwungbeins.

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